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Pressemitteilungen

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT ZUR GESETZESVORLAGE
" WEITERENTWICKLUNG DER REALSCHULEN"

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrter Herr Minister Stoch, 
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrte Damen und Herren, 

für die Einladung zur heutigen Anhörung bedanke ich mich als Vorsitzende des BpB herzlich.
Durch den Wegfall der verbindl. Grundschulempfehlung und die damit verbundene Schwächung der WRS u. HS, sind die Realschulen seit 3 Jahren mit einer zunehmend heterogenen Schülerschaft konfrontiert.
Im Kultusministerium wurde an der Weiterentwicklung der RS gearbeitet. Die Veröffentlichung der Gesetzesvorlage jedoch erfolgte deutlich zu spät und der Informationsfluss ließ bei weitem mehr als zu wünschen übrig. Diese Vorgehensweise verunsicherte Eltern in ihrer Entscheidung immens und schürte zusätzlich Ängste. 

Der uns vorliegende Gesetzentwurf wirft viele fachliche Fragen auf.

In der Orientierungsstufe wird nach der Lernstandserhebung die Einteilung der Niveaus vorgenommen . Ist dieses gemeinsame undifferenzierte Lernen in der Orientierungsstufe über 2 Jahre zielführend?
- Gibt es hierfür eine pädagogisch-wissenschaftlich fundierte Erkenntnis? Aus unserer Sicht muss eine Versetzungsentscheidung nach Klasse 5 erfolgen. 

Da zwischen Klasse 5 und 6 kein Sitzenbleiben vorgesehen ist, fragen wir 

- Weshalb wird Kindern, die das Klassenziel in Jahrgangsstufe 5 nicht erreicht haben, eine zweite Chance verweigert?
- Weshalb wird den Kindern mit unterschiedlichem Förderbedarf eine Förderung in äußerlich differenzierten Lerngruppen vorenthalten?

Die „geplante Niveaustufenfestlegung nach Klasse 6 ist eine offensichtlich versteckte Wiedereinführung der „verbindlichen Bildungsempfehlung“. 

Wird hier etwa die propagierte Wahlfreiheit der Eltern ausgehebelt?

2. Nun zu Klassestufe 7/8 
Eines vorweg, wo wird die Pubertät von Jugendlichen in der Gesetzesvorlage berücksichtigt, da in diesem Alter oft die Nullbock Mentalität vorherrscht. 
- Es erschließt sich uns nicht, wie ein Unterricht in Teilen äußerlich differenziert organisiert werden soll? ( Stichwort; u.a. Anzahl der Lehrer)
Reichen zwei differenzierten Wochenstunden aus? 
- Wie lange bleiben Schüler auf einem Lernniveau?
- Wer entscheidet über den Wechsel?

Fazit: Hier muss dringend ins Gesetz „ Die Klassenkonferenz entscheidet jährlich!“ Dies muss auch für Klassenstufe 7/8 gelten!
Im neuen Bildungsplan finden wir keine Antwort welche Vorraussetzungen Schüler erfüllen müssen zum Erwerb der Mittleren Reife, wenn sie die HS Prüfung erfolgreich nach Klasse 9 abgelegt haben. 

Wie wird sichergestellt, dass auch kleine Realschulen eigene G-Niveau-Klassen bilden können, wenn eine „unzureichende Schülerzahl“ vorhanden ist?

- Bis heute liegt noch kein für die Öffentlichkeit transparenter regionaler Schulentwicklungsplan vor. Dies ist für Eltern eine wichtige Grundvoraussetzung für die Schulwahl ihrer Kinder. 
Bedenken werfen die Ressourcen auf:
- Ist die Absenkung des Klassenteilers auf 28 vorgesehen und ab wann?
- Welche zusätzlichen bzw. welche Erhöhung der Sachkostenbeiträge sind geplant und wenn ja, wie hoch und für wann?
Auch erwarten wir die Überführung der kompletten Ergänzungsstunden in die Kontingentstundentafeln, damit jene dann zweckgebunden sind

Das bis dato hohe Niveau der mittleren Reife muss erhalten bleiben!
Herrn Kultusminister Stochs sagt, dass nicht nur die Förderung der Schwachen Ziel unseres Schulsystems sein muss, sondern eben oder gerade auch die leistungsstärkeren Schüler angemessen zu fördern. Dazu gehört, dass die Realschulen auch künftig auf den Übergang an das berufliche Gymnasium vorbereiten . Das Bündnis pro Bildung sieht in dieser Gesetzesvorlage eine „Chancenverwehrung“ für leistungsstarke Schüler.
Aufgrund des hohen Niveaus müssen wir daher den Realschulen die unbedingte Garantie aussprechen ihr eigenständiges, pädagogisches, didaktisches und methodisches Profil uneingeschränkt weiterzuentwickeln.

4. Wie ist Vorort die Unterstützung der Lehrerkollegien / Schulleiter 

- Die bisherigen Fortbildungsangebote zum neuen Bildungsplan werden von vielen Lehrern als wenig tauglich bewertet.
Wir fordern für die Zukunft ausreichende Deputate an den Realschulen, sowie die Festlegung der regionalen KV Pools.
Wir bedauern, dass es offensichtlich massivste Probleme gibt ausgeschriebene Schulleiterstellen zu besetzen.

- Die Gesetzesvorlage ist in vielen Punkten, aus Sicht des Kindes und Jugendlichen, VORBEI GEDACHT! 

Sie gestatten uns, dass wir die heutige Anhörung nutzen um auf 3 wichtige Punkte hinzuweisen:
Wo bleiben die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der DVA Arbeiten der Gemeinschaftsschulen und der damit verbundenen von Ihnen beworbenen Transparenz?
Wird in Wirklichkeit aus den Realschulen durch die „Hintertür“ eine GMS gemacht? Und die letzte Forderung des BpB ist: die Gleichstellung aller Schularten!

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit