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Pressemitteilungen

Realschulrektoren zerpflücken Stochs Konzept

Auch Elternvereinigung und Lehrerverband kritisieren Reformpläne des Kultusministers 

Von Sylvia Wiegert Stuttgart/Freiburg.

Diesmal bläst der Gegenwind aus allen Richtungen. Mit seinen Reformplänen für die Realschulen hat Kultusminister Andreas Stoch (SPD) nicht nur die Opposition, son- dern auch Realschulrektoren, Eltern und V erbandsfunktionäre gegen sich aufge- bracht. Ihre Befürchtung: Stoch mache die Realschulen durch die Hintertür zu Gemeinschaftsschulen.
Dieser Tage flatterte ein Brief aus dem Staatlichen Schulamt Freiburg auf den Ministerschreibtisch. Inhalt: ein Schrei- ben von 32 Realschulrektoren aus dem Bezirk, die mit dem Konzept zur »Weiterentwicklung der Realschulen« nicht einverstanden sind.

Ihr Hauptkritikpunkt ist die mangelnde Differenzierungsmöglichkeit bei Schü- lern unterschiedlicher Begabung. Denn nach Stochs Plänen sollen die Realschu- len künftig viel weniger Förderstunden erhalten als Gemeinschaftsschulen, gleichzeitig aber neben dem mittleren Niveau auch das Hauptschulniveau unterrichten --- und das in der Regel gemeinsam. Eine äußere Differenzie- rung soll nur zeitweilig in den Klassen sieben und acht in den Hauptfächern möglich sein.


»Dieses Konzept ist eine Mogel- packung«, meint der bildungspolitische Sprecher der CDU, Georg Wacker. Die Realschulen dürften lediglich den Namen behalten, müssten aber dasselbe tun wie Gemeinschaftsschulen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Silke Sommer-Hohl, Vorsitzende der Elternvereinigung Bündnis pro Bildung: Stoch mache die Realschulen im Harakiri-V er- fahren zu Gemeinschaftsschulen und versetze den Werkrealschulen im Land damit den Todesstoß. Der Sprecher des Lehrerverbands Bildung und Erziehung, Michael Gomolzig, sagt, Stoch plane die Umwandlung zur »Gemeinschafts- schule light«. 

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